Betrieb und Wartung
Eine Sensorik ist nach der Abnahme nicht fertig, sondern im Betrieb. Die Fragen, die dann kommen, sind andere als die der Planung: Woran merkt man, dass ein Gerät schweigt? Wann wird eine Batterie gewechselt, wann ein CO2-Sensor abgeglichen? Und wer weiß nach drei Jahren noch, welcher Sensor in welchem Raum hängt?
Woran ein ausgefallener Sensor auffällt
Alarme und StörungenEin defekter oder ausgefallener Funksensor meldet keine Störung – er meldet gar nichts. Damit dieses Schweigen aussagekräftig ist, sendet jedes Gerät ein Lebenszeichen: Auch wenn sich kein Messwert ändert, wiederholt es seinen letzten Wert, je nach Gerät typischerweise spätestens alle zwölf Stunden.
Das ist der Grund, warum ein ungenutzter Raum keine Fehlmeldung auslöst. Ein leeres Büro, ein Lager ohne Bewegung, ein Wochenende: Der Wert ändert sich nicht, aber das Gerät meldet sich trotzdem. Bleibt auch das Lebenszeichen aus, liegt es am Gerät, an der Versorgung oder an der Funkstrecke – und nicht daran, dass niemand im Raum war.
Die Alarmseite des Dashboards führt alle Sensoren auf, die sich nicht innerhalb ihres erwarteten Intervalls gemeldet haben. Damit muss niemand Gerät für Gerät prüfen; die Liste füllt sich von selbst und ist im Regelfall leer.
Für die Planung bleibt eine Frage, und die gehört beantwortet, bevor die Anlage übergeben wird: Wer schaut auf diese Liste, und wie oft?
Gibt es eine Störmeldung an die Leittechnik? Ja, aber nicht als Schalter, den man umlegt. Soll die Meldung nicht nur im Dashboard stehen, sondern nach draußen an die Gebäudeleittechnik gehen, ist das eine Projektleistung: Wir richten die Störmeldung gemeinsam mit Ihnen ein und setzen sie als Teil des Auftrags um – etwa über einen zweiten MQTT-Broker, an den ausschließlich Störmeldungen gehen, getrennt von den Messwerten. Das gehört damit in die Leistungsbeschreibung und nicht in die Inbetriebnahme.
Wie lange eine Batterie hält, und wann sie gewechselt wird
WartungWie lange hält die Batterie eines Sensors, wer tauscht sie, und wie oft? Gewechselt wird nach Zustand, nicht nach Kalender. Die Wartungsseite führt jeden batterie- oder solarbetriebenen Sensor mit seiner aktuellen Spannung und einem Status: OK, Warnung oder Kritisch. Die Zelle wird getauscht, wenn das Gerät in die Warnung läuft, und nicht, weil ein Intervall abgelaufen ist. Das erspart den Austausch voller Zellen und verhindert gleichzeitig, dass ein Sensor unbemerkt verstummt.
Zur Standzeit nennen wir zwei Zahlen. Bei Geräten, die nur aus einer oder mehreren Batterien versorgt werden, rechnen wir mit einer typischen Mindestlaufzeit von fünf Jahren. Darauf, wie lange es tatsächlich mehr wird, wirkt vor allem der Meldetakt: Ein Sensor, der seltener sendet, lebt länger.
Geräte mit Solarzelle kommen im Idealfall ganz ohne die Batterie aus. Dann begrenzt nicht der Verbrauch die Einsatzdauer, sondern die vom Batteriehersteller angegebene maximale Lebensdauer der Zelle von zehn Jahren. Ein Sensor im fensterlosen Archiv liegt entsprechend näher an den fünf Jahren als einer am Südfenster.
Zellentyp und Anzahl stehen in jedem Datenblatt – manche Geräte arbeiten mit einer Zelle, andere mit zwei. Das ist die Angabe, die in die Wartungsplanung gehört – zusammen mit der Zahl der betroffenen Geräte und ihrer Erreichbarkeit. Ein Sensor unter einer Decke in acht Metern Höhe kostet beim Wechsel mehr als die Zelle.
Kalibrierung: eine bewusste Handlung am Gerät
CO2-SensorenEine automatische Kalibrierung ist bei unseren Sensoren derzeit nicht aktiviert. Der Abgleich passiert also nicht von selbst, sondern wird bewusst ausgelöst – am Gerät, über den Servicetaster. Den genauen Ablauf beschreibt das Handbuch des jeweiligen Geräts; für den Servicetaster und den Abgleich gibt es jeweils einen kurzen Film in der Videothek.
Ein Prüfgas oder ein Ausbau des Geräts sind dafür nicht nötig: Als Referenz dient Frischluft. Was es braucht, ist jemand, der den Vorgang auslöst – und die Information, dass es diesen Taster gibt.
Für die Planung heißt das: Der CO2-Abgleich ist eine Wartungsleistung und gehört als solche in den Wartungsplan und in die Ausschreibung. Er ist kein Selbstläufer. Das Dashboard weist darauf hin, wenn er zu lange her ist (Handbuch ECS, Abschnitt 4.6), aber die Handlung selbst bleibt beim Betreiber oder bei uns.
Inbetriebnahme: wer sie macht, was sie kostet, wie lange sie dauert
InbetriebnahmeKann der Elektriker das selbst machen, oder braucht es uns? Die Arbeitsteilung ist klar: der Elektriker montiert und schließt an, wir bringen die Anlage zum Laufen. Einlernen, Konfiguration und Inbetriebnahme – Sensoren anlegen, Empfänger registrieren, Räume zuordnen und die Datenübergabe einrichten – sind Arbeiten, die DEUTA Controls als kostenpflichtige Leistung übernimmt, nicht der Betreiber und nicht der Errichter. Rechnen Sie diese Leistung als eigene Position ein, nicht als Beigabe zur Lieferung.
Die vollständige Konfiguration – jeder Sensor mit seinem Platz, jeder Empfänger mit seiner Adresse, die Einstellungen des Gateways – steckt in einer einzigen Datei. Sie lässt sich sichern und zurückspielen. Damit ist auch dokumentiert, welcher Sensor in welchem Raum hängt: Wer im Bauprojekt diese Liste verlangt, bekommt sie aus der Datei und nicht aus einer von Hand nachgeführten Tabelle.
Bei größeren Anlagen dreht sich die Reihenfolge: Die Datei entsteht vorab am Schreibtisch, und die Inbetriebnahme vor Ort ist ein Einlesen statt eines Einlernens Gerät für Gerät. Das ist der Unterschied zwischen einem Tag und einer Woche auf der Baustelle.
Was Sie dafür bereitstellen müssen: nichts. Die Inbetriebnahme führen in der Regel wir durch und bringen die nötige Ausrüstung mit, Laptop und Funktechnik eingeschlossen.
Wie lange die Inbetriebnahme dauert, sagen wir bewusst nicht pauschal je Etage: Die Dauer hängt an der Art der Sensoren und daran, ob vorab eingelesen werden kann. Sobald Grundriss und gewünschte Bestückung besprochen sind, nennen wir Ihnen innerhalb von ein bis zwei Tagen eine Abschätzung für Ihr Gebäude.
Was bei Stromausfall passiert
WiederanlaufDas System hält alle Angaben, die es zum Arbeiten braucht, nicht-flüchtig gespeichert: die Sensorzuordnung, die Empfänger, die Einstellungen der Datenübergabe. Kommt die Spannung zurück, startet es selbstständig neu. Ein Benutzereingriff ist nicht erforderlich, und es muss nichts neu eingelernt werden.
Für die Planung zählt daran zweierlei. Erstens gehört der Wiederanlauf nicht in die Betriebsanweisung, weil niemand etwas tun muss. Zweitens betrifft ein Netzausfall ohnehin nur Gateway und Empfänger: Die Sensoren selbst hängen an Solarzelle oder Batterie und messen weiter – sie finden nach dem Wiederanlauf einfach wieder einen Empfänger.
Wo die Messwerte liegen
HistorieDas Gateway führt eine eigene Historie der Messwerte als Dateien auf dem Gerät, mit automatischer Rotation der ältesten Einträge. Daraus speisen sich die Verlaufs- und Vergleichsansichten im Dashboard. Eine zusätzliche Datenbank ist dafür nicht einzurichten und nicht zu pflegen.
Diese Historie ist für den Blick zurück im Gebäude gedacht – den Verlauf einer Woche, den Nachweis über eine Heizperiode – und nicht als Langzeitarchiv. Wie weit sie reicht, hängt an der Zahl der Sensoren und am Meldetakt; für Ihre Anlage nennen wir die Zahl auf Anfrage.
Wer Jahre braucht, führt die Werte im Zielsystem. Genau deshalb gehört die Frage nach der Aufbewahrung in die Ausschreibung des Datenwegs und nicht in die der Sensorik.
Was das für Ihre Ausschreibung heißt
8 Punkte- Festlegen, wer die Alarmliste ansieht und in welchem Rhythmus.
- Störmeldung nach außen als eigene Position benennen, wenn sie gewollt ist – sie wird im Projekt eingerichtet, etwa über einen zweiten Broker.
- Zellentyp und Zahl der batteriebetriebenen Geräte in die Wartungsplanung übernehmen, mit Angabe der Montagehöhe und der Standzeit.
- Bei Nachweispflicht klären, ob Gateway und Netzwerktechnik unterbrechungsfrei versorgt werden sollen – die Sensoren selbst messen im Netzausfall weiter.
- Den CO2-Abgleich als Wartungsleistung benennen: Er wird am Gerät ausgelöst und passiert nicht von selbst.
- Inbetriebnahme und Konfiguration als eigene, kostenpflichtige Position ausweisen.
- Die Konfigurationsdatei der Anlage als Teil der Dokumentation verlangen.
- Aufbewahrungsdauer der Messwerte festlegen und benennen, welches System sie langfristig führt.
Stand der Angaben: 16.09.2026. Regulatorische Angaben sind nach bestem Wissen zusammengestellt und ersetzen keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist immer der Wortlaut der jeweils geltenden Fassung.
- Alarme, Wartung und Versorgungsstatus: Bedienhandbuch ECS, Abschnitte 4.5 bis 4.7.
- Konfiguration und Rezeptdatei: Bedienhandbuch ECS, Abschnitte 3.3 und 9.
- Historie auf dem Gateway: Bedienhandbuch ECS, Abschnitt 7.3.
- Kalibrierung: Ablauf im Handbuch des jeweiligen Geräts, dazu die Filme „Servicetaster“ und „Kalibrierung“ in der Videothek.
- Zellentypen, Zellenzahl und Versorgungsart: Datenblatt des jeweiligen Geräts.
Rechnen wir Ihr Gebäude durch?
Schicken Sie uns Grundriss, Messgröße und Zielsystem. Sie bekommen einen Vorschlag für die Zahl der Geräte, eine Liste mit Bestellnummern und ein Angebot.